a – archives – Tibetan Book Of The Dead, The – Totenbuch – narrated by Leonard Cohen

 

 

Das Tibetische Totenbuch

„Death is real, it comes without warning and it can not be escaped”, mit diesen Worten beginnt eine Film-Dokumentation über das Tibetanische Totenbuch, gesprochen von Leonard Cohen. Das NHK of Japan, Mistral Film of France und der National Film Board Of Canada produzierten eine Film-Dokumentation namens „The Tibetan Book Of Deat: A Way Of Life“ (https://www.youtube.com/watch?v=nOs8s5zTGnA) und konnten den kanadischen Singer/ Songwriter und Zen-Interessierten dafür gewinnen, als Sprecher zu agieren. Während der 90minütigen Doku mit zahlreichen Aufnahmen aus tibetischen klöstern und von betenden mönchenh odeer gar Sterbenden ist Leonard Cohen nie zu sehen, aber zu hören. Er agiert als Sprecher, als Moderator, spricht die übersetzten tibetischen O-Töne im Englischen und zitiert auch das tibetanische Totenbuch. Man erfährt was es ist und wozu es da ist.

 

„Das Tibetische Totenbuch ist eine Art Reiseführer für Sterbende“, so auch die Autorin einer Sendung im Jahre 2012 über Religionsthemen auf BAYERN2, dem Kultursender des Bayerischen rundfunks(http://www.br.de/radio/bayern2/wissen/radiowissen/religion/tibetisches-totenbuch-links-literatur100.html) Man erfährt, dass es insbesondere dafür geschaffen wurde, um während des Sterbeprozesses (von einem Meister oder einem spirituellen Freund) vorgelesen zu werden. Dem Kult nach, soll durch das Hören bestimmter tiefgründiger Lehren im Moment des Tode, nach buddhistischer Auffassung, die Möglichkeit, Befreiung oder Erleuchtung zu erlangen. Darüber und über den „Way Of Life“ tibetischen Buddhismus erfährt man in der Doku von Leonard Cohen.

 

Die Film-Doku gibt es auf YOUTUBE zu sehen und als DVD zu kaufen:

Leonard Cohen narrates the history of ‘The Tibetan Book of the Dead’

In this documentary produced by the National Film Board of Canada, Cohen, together with practitioners of Tibetan Buddhism, elucidates what this ancient book does for people who pass away.

The Tibetan Book of the Dead is one of the greatest works to have ever been created by any culture, and it is the most meaningful one in the Buddhist tradition of the West. It is said that book was composed by Padmasambhava, the Indian guru, who introduced Buddhism to Tibet in the eighth century. Like hundreds of his other teachings, the text was supposedly transcribed in a cryptic language and hidden as a sort of “treasure text”, to be discovered in the correct for its transmission. Karma Lingpa, a Terton “seeker of occult teachings”, found it hidden in a Tibetan mountain and, according to legend, he deciphered it in order to be able to orally transmit it to his son. It took several generations for it to finally be transferred onto paper, and it became one of the central teachings within the canon of Tibetan Buddhism.

The first translation into English appeared in 1927, edited by Walter Evans-Wents, a North American theosopher, who found the text during a trip to India. He decided to call it The Tibetan Book of the Dead. Widely speaking, Bardo Thodol, as it is known in Tibet, is a guide for those who have recently passed away, and it was created to be read while the dead are passing through the intervals of one life to the next.

Narrated by Leonard Cohen himself, the series eloquently shows how after someone’s death in the Tibetan tradition, it takes 49 days for them to pass through the “interval” or “bard”. For that entire time, a Buddhist practitioner —usually a loved one— reads a section of the text every day (repeating these three to seven times) in the most personal room for the deceased, usually their bedroom. The body does not necessarily have to be present, since, according to this philosophy, their mind will constantly be visiting their home, especially the first few days.

Everything is explained with great detail in this two part documentary, made in 1994, which gives us an intimate glimpse at the tradition’s death ceremony. The National Film Board of Canada, that produced the series, made the perfect choice by picking Cohen as the narrator. Not only is his deep voice the one you wish would read these texts out loud when you die, but after narrating this documentary, the musician embarked on a spiritual journey that two years later would lead him to become a monk of the Zen Buddhist.

The Tibetan Book of the Dead has always presented one fundamental problem, which is perfectly resolved in the series: the eagerness to compare it to the Egyptian Book of the Dead, which in the words of the Lama Chögyam Trungpa: “is not based on death as such, but in a completely different concept of death”. It is a “Book about space,” Trungpa points out, “which contains birth and death”. This is why it is such an enormous and transcendental text.

This documentary is definitely worth watching and listening to, especially for those who wish to know more about the Bardo Thodol, and, perhaps more importantly, to think about death consciously again.

 

Das Tibetische Toten Buch in der Wikipedia

 

  1. Bardo Thödröl, auch Bardo Thödol (tib.: bar do thos grol; deutsch: „Befreiung durch Hören im Zwischenzustand“; auch: Tibetisches Totenbuch) ist eine buddhistische Schrift aus dem 8. Jahrhundert, die im 14. Jahrhundert in einer Höhle entdeckt wurde und auf den Begründer des tibetischen Buddhismus, Padmasambhava, zurückgeht. Das Bardo Thödröl ist eine der wenigen Schriften, die auf die Erlebnisse der menschlichen Seele beim Sterben, im Nach-Tod-Zustand und bei der Wiedergeburt eingeht und soll Verstorbenen als Führer durch die Zeit der Bardo-Existenz zwischen Tod und Wiedergeburt dienen. Darüber hinaus ist das Bardo Thödröl eine Anweisung, wie der Verstorbene mit Hilfe vorgelesener Texte das Licht der Erlösung erkennen und den Kreislauf der Wiedergeburten verlassen kann. Diese „Kunst des Sterbens“ sei eine jedem offen stehende Möglichkeit und müsse bereits im Leben, durch Zerreißen der Schleier der Maya, eingeübt werden.

Die Unterweisungen beinhalten Beschreibungen und Praktiken für den Bardo des Sterbens (Tschikhai-Bardo) den Bardo der Dharmata (Tschönyi-Bardo) und den darauf folgenden Bardo des Werdens (Sidpa-Bardo). Der Tschönyi-Bardo und der Sidpa-Bardo sind die beiden Bardos nach dem Tod, vor der nächsten Wiedergeburt in einem der Sechs Daseinsbereiche. Falls die Erscheinungen der Bardos nach dem Tod nicht als Projektionen des eigenen Geistes erkannt werden, wird der Verstorbene im Bardo des Werdens entweder seine zukünftigen Eltern sehen und in einem Körper ihrer Spezies wiedergeboren werden oder spontan in einem Götter- oder Höllenbereich geboren.

Der Name Tibetisches Totenbuch ist eine westliche Anlehnung an das Ägyptische Totenbuch, wird aber in den Originaltexten nicht verwendet.

 

Das Tibetische Toten Buch in einer Religions-Sendung des BAYERISCHEN RUNDFUNKS 2012

 

  1. Die Lehren des Tibetischen Totenbuchs sind selbst Teil eines größeren Lehrzyklus (Dzogchen-Tantras), der, vom indischen Meister Padmasambhava im 8. Jahrhundert nach Tibet gebracht, im vierzehnten Jahrhundert von dem tibetischen Seher Kanna Lingpa enthüllt wurde. Seit seiner ersten Übersetzung 1927 hat das Tibetische Totenbuch großes Interesse im Westen gefunden. Auf Tibetisch heißt es: "Bardo Tödrol Chenmo", was "Große Befreiung durch Hören im Bardo" bedeutet. Das Wort "Bardo" bezeichnet den Zustand zwischen Leben und Tod.

 

Der Tod als Chance

Aus buddhistischer Sicht gibt es keinen Grund, sich vor dem Tod zu fürchten. "Lü", das tibetische Wort für Körper bezeichnet "etwas, das man zurücklässt" – wie Gepäck. Es sei wesentlich, im Leben zu begreifen, dass der Körper eine Illusion ist – um ihn gut zurücklassen zu können. Im Buddhismus leitet der Tod lediglich ein neues Kapitel ein. Es ist von großer Bedeutung, wie man stirbt. Auf zwei Dinge kommt es vor allem an: Auf das, was wir im Leben getan haben und auf den Zustand unseres Geistes in jenem Augenblick des Todes. Denn im Todesmoment sind wir der Mensch, der wir heute sind und das hat Auswirkungen auf das, was nach buddhistischer Sicht weitergeht. Beim Verlassen des Körpers eröffnet sich eine "Lücke", es erscheint das so genannte Klare Licht oder die Grund-Lichtheit, was als die natürliche Strahlung der Weisheit unserer essentiellen Natur unseres Geistes erklärt wird. Dieses Klare Licht mit seiner besonderen Energie ist die Verbindung zum innersten, subtilen Bewusstsein.

 

Befreiung durch Erkenntnis des Klaren Lichts

Wer in der Lage ist, die Natur des Geistes zu begreifen, ist befreit. Die meisten Menschen werden in diesem Moment das Klare Licht nicht erkennen, weil sie sich nicht auf den Tod vorbereitet haben und keine Kenntnis von der innersten Natur unseres Geistes. Sie reagieren ihren alten Ängsten, Gewohnheiten und Wahrnehmungsmustern entsprechend. Wer jedoch in einer positiven Geisteshaltung stirbt, kann zumindest die Bedingungen für die nächste Geburt verbessern. Der Todesmoment birgt die Chance eine andere Bewusstseinsebene, ein heilsames Karma, zu erreichen, um zu einer glücklichen Wiedergeburt zu gelangen. Aus buddhistischer Sicht sind für den Sterbenden drei Faktoren notwendig: Die Summe seiner guten und schlechten Taten (das karmische Potential), die spirituelle Praxis, die er zu Lebzeiten ausgeübt hat und die Anwesenheit geistigen Beistands, möglichst ein spiritueller Lehrer, "Lama" genannt.

 

Der Karma-Samsara-Gedanke

Wer das Klare Licht nicht erkennt, kreist unaufhörlich in der Welt der ständigen Wiederkehr in Wiedergeburten, in Samsara. Wir denken und handeln in festgelegten Mustern, Gefühle wie Hass, Neid, Eifersucht und Gier steuern uns. Unser Geist ist nach buddhistischer Auffassung getrübt und verdunkelt, wir führen ein leidvolles Dasein. Weil es uns nicht gelingt, diese Muster zu durchbrechen und die essentielle Natur des Geistes wahrzunehmen, verbleiben wir in Samsara. "Nirvana" dagegen ist ein Zustand äußerster Klarheit und ein Synonym für vollkommene Freiheit. Als einer der zentralen Begriffe des Buddhismus wurde "Nirvana" oft falsch mit "Auslöschung" oder "Nichts" übersetzt. Tatsächlich bezeichnet Nirvana das, was mit gewöhnlicher Wahrnehmung nicht wahrgenommen werden kann.

 

Die vier Bardos

Bar bedeutet "dazwischen" und do heißt "aufgehängt" oder "geworfen". Es bezeichnet einen "Übergang" oder "Zwischenzustand", gewöhnlich den Zeitraum zwischen Tod und Wiedergeburt. Da die tibetisch-buddhistische Sicht von Leben und Tod allumfassend ist, finden Bardos kontinuierlich sowohl im Leben als auch im Tod statt.

 

Die vier Übergangsrealitäten

    der natürliche Bardo dieses Lebens (von der Geburt bis hin zum Eintritt in den Sterbeprozess)

    der schmerzvolle Bardo des Sterbens (bis zum Eintritt des Todes)

    der lichtvolle Bardo der Dharmata (der Nachtodzustand)

    der karmische Bardo des Werdens (wieder zur Existenz kommen)

 

Der lichtvolle Bardo der Dharmata

Sollte der Sterbende im Todesmoment die Grund-Lichtheit nicht erkannt haben, dann geht er in den nächsten Bardo über, den lichtvollen Bardo der Dharmata. Plötzlich wird er sich einer fließenden, vibrierenden Welt von Klang, Licht und Farbe bewusst. Das Tibetische Totenbuch beschreibt sie als "eine Luftspiegelung in der Ebene bei größter Sommerhitze". Diesen Erfahrungen werden Zeitspannen von Tagen zugeordnet, aber es kann auch nur ein flüchtiger Moment sein, nämlich wenn die Erscheinungen nicht als unmittelbarer Ausdruck des eigenen "Rigpa" erkannt werden.

 

Der Bardo des Werdens

Das nächste, was zu Bewusstsein kommt, ist im Bardo des Werdens eine Welt bevölkert von Albtraumwesen. Einige Beschreibungen des Bardo sprechen von einer Gerichtsszene, eine Art Lebensrückblick: Unser gutes Gewissen, ein weißes Lichtwesen, ist unser Verteidiger und das schlechte Gewissen, ein schwarzer Dämon klagt an. Letztlich sind wir selbst sowohl Richter als auch Angeklagter. Im Wechsel von Leiden und Freude, von Angst überwältigt, irren wir hilflos im düsteren Bardo umher.

 

Unsere negativen Emotionen können jedoch fallengelassen werden, wenn wir erkennen, dass alles, was dem Bewusstsein widerfährt, eine Spiegelung seiner selbst ist. Das, was wiedergeboren wird, hat eine Wandlung erfahren. Grundsätzlich ist Befreiung in allen Bardos möglich. Die Bardo-Lehren sollen helfen, diese Möglichkeiten zu entdecken und bestmöglich zu nutzen.

 

Der Weg zur Befreiung

Für jeden der Bardos existieren einzigartige Anweisungen und Meditationstechniken, die genau auf die jeweiligen Geisteszustände zugeschnitten sind. Im Buddhismus gibt es das Bild vom klaren Himmel, der immer vorhanden ist, auch wenn Wolken, die vergleichbar mit unserem subjektiven Verständnis der Wirklichkeit sind, ihn verdecken. Der wolkenlose Himmel ist ein Bild für die wahre, unverzerrte Wirklichkeit – für das, was unser Geist wirklich ist, unsere wahre Natur. Die Buddhisten gehen den Weg des Altruismus, handeln in Mitgefühl und Liebe zu anderen. Wenn das selbstgefällige, gierige Ich aufgegeben wird, – erst dann offenbart sich die innerste Natur, die so genannte "Buddha-Natur". Der einzelne erfährt dies als Klares Licht, wer darin verbleiben kann, erlangt unmittelbare Befreiung.

 

Weiterführende Links:

 

 

Tibetisches Totenbuch

Hier findet man wesentliche Stichpunkte zur buddhistischen Todesvorstelllung, Hinweise zum "Bardo Thödol und weiterführende Links z.B. zu Sterbegedichten.

Grundlagen des tibetischen Buddhismus

Berzinarchives ist ein gutes Nachschlagewerk, die "Grundlagen des tibetischen Buddhismus" sind dargestellt, auch E-Bücher werden vorgestellt.

Buddhismus allgemein

Infomaterial zum Buddhismus des britischen Rundfunksenders BBC.

Tibet

Das Tibet Zentrum Hamburg e.V. stellt eine Kurzbiografie des 14. Dalai Lama vor und hat eine Liste empfehlenswerter Websites zur aktuellen Situation in Tibet zusammengestellt.

 

Weiterführende Literatur

  • Blau, Tatjana: Tibetische Mandalas – Aus der Mitte entsteht alles, zur Mitte kehrt alles zurück. Schirner-Verlag, Darmstadt 1998.
  • von Brück, Michael: Einführung in den Buddhismus. Verlag der Weltreligionen Insel Verlag Frankfurt am Main und Leipzig, 2007.
  • Dalai Lama: Der Tibetische Buddhismus und der Westen – Die Bodhgaya-Gespräche. Bastei Lübbe 2005.
  • Sogyal Rinpoche: Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben – Ein Schlüssel zum tieferen Verständnis von Leben und Tod. Fischer-Verlag, 2007.
  • Padmasambhava: Tibetisches Totenbuch – Befreiung durch Hören im Zwischenzustand. Schirner Taschenbuch 2008.
  • Albrecht Frasch: Die Befreiung durch Hören im Zwischenzustand – Das sogenannte Tibetische Totenbuch. Tashi Verlag, Berlin 1999
  • Geshe Rabten: Über den Tod hinaus. Edition Rabten, Le Mont-Pèlerin 2005,
  • Chökyi Nyima Rinpoche: Das Bardo-Buch. Ein Führer durch Leben, Tod und Wiedergeburt. Schirner Taschenbuch, 2008
  • Bokar Rinpoche: Der Tod und die Kunst des Sterbens im Tibetischen Buddhismus. Kagyü-Dharma-Verlag, 1992
  • Sogyal Rinpoche: Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben – Ein Schlüssel zum tieferen Verständnis von Leben und Tod. O.W.Barth Verlag, Bern/München/Wien 1997,
  • Padmasambhava, Stephan Schuhmacher (Übers.): Das tibetische Totenbuch – Die Große Befreiung durch Hören in den Zwischenzuständen Offenbart von Terton Karma Lingpa. Goldmann Verlag, München 2008, (Erste vollständige Ausgabe. Ins Engl, übertr. von Gyurme Dorje. Hrsg. von Graham Coleman mit Thupten Jinpa. Ins Dt. übers. von Stephan Schuhmacher. Mit einleitendem Kommentar des XIV. Dalai Lama)
  • Robert Thurman: Das Tibetische Totenbuch. Fischer Spirit, Frankfurt 2002, Chögyam Trungpa, Francesca Fremantle (Hrsg.): Das Totenbuch der Tibeter. Hugendubel, München 2002,
  • Walter Y. Evans-Wentz: Das tibetanische Totenbuch oder Die Nach-Tod-Erfahrung auf der Bardo-Stufe. Artemis & Winkler, Düsseldorf, 2003.
  • Chögyam Bernd Westphal: Über den Tod und Danach – Die tibetische Lehre des Nachtodzustandes. Hörbuch, Benjamin von Ammon Verlag,
  • Gyatrul Rinpoche, Allan Wallace: Natural Liberation – Padmasambhava's Teachings on the Six Bardos. Wisdom Publications, Boston 1998,

 

QUELLE: http://www.br.de/radio/bayern2/wissen/radiowissen/religion/tibetisches-totenbuch-links-literatur100.html