a – archives – Queen Victoria – Leonard Cohen`s einziger nie live gespielter Live-Song

Der Mythos des Songs "Queen Victoria"

von Christof Graf

Queen Victoria à Song auf à Live Songs, 1973. Dieser Song ist nur ein „Live-Song“, wenn man den Begriff sehr weit fasst. Der Song ist im wesentlichen die musikalische Untermalung des Gedichts à „Queen Victoria And Me“ aus à „Flowers For Hitler“ und wurde in einer Hütte in Tennessee auf einem Kassettenrecorder, den Bob Johnston Cohen geliehen hatte, aufgenommen. Cohen hat den Song auch nie vor Publikum gespielt. Der Song ist nur „live“, weil der Sänger ihn im Moment der Aufnahme „live“ sang! Wir konnten an früherer Stelle feststellen, daß Cohen kein besonders exakter Historiker ist, und seine Charakterisierung der jungen Königin Victoria als eine „dünne, wenig reizvolle, durch deutsches Bier treibende Jungfrau“ hätte die Zeitgenossen dieser adligen Tochter aus dem berüchtigten lüsternen Hause von Hannover bestürzt. Tatsächlich war es das körperliche Vergnügen, welches ihr durch ihre Ehe mit Prince Albert zu Teil wurde, das ihre Witwentrauer schärfte. Aber historische Genauigkeit ist nicht Cohens Ziel. Er identifiziert sich eher mit der „einsamen um einen Prinzen Trauernden“ und ihrem „unvergleichlichen Verlust“. Cohens Victoria ist sein Alter Ego, die seine eigene einsame Traurigkeit widerspiegelt und teilt, nicht ein Portrait einer Monarchin aus dem 19. Jahrhundert. Als Song funktioniert das Stück jedoch nicht richtig. Die Melodie ist traurig und kaum melodisch, und der Text erscheint einem manieriert und zu literarisch verglichen mit den meisten anderen Cohen-Songs.

Ein freudloser, traumatischer Song, bei dem nur Cohens verzerrte Stimme und eine zwei-akkordige Gitarre zu hören ist. Der Song enthält Referenzen zu seinem Vater und Ereignissen in seiner Kindheit. Es ist keine bemerkenswerte Arbeit, jedoch eine, die „Live Songs“ zu einem vollständigen Album machte. Allerdings überflüssig für die meisten Leute.